Auf dem Bitkom Sommerfest im Berliner Hamburger Bahnhof hat Bundesministerin Karin Prien die digitalpolitischen Leitlinien der Bundesregierung geschärft. Anstelle von pauschalen Verboten forderte sie einen pragmatischen Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI), der auf einem Dreiklang aus Befähigung, Schutz und gesellschaftlicher Teilhabe basiert. Norbert Theobald, Mitglied im Bundesvorstand der AG 60plus und BAGSO-Vorstand begleitete die Veranstaltung vor Ort in Berlin und zieht eine durchweg positive, aber auch fordernde Bilanz für die ältere Generation.
„Wenn die Ministerin in ihrer Keynote betont, dass Innovationen die Gesellschaft nicht spalten dürfen und niemand digital abgehängt werden darf, dann spricht sie uns aus der Seele“, erklärt Theobald. „Teilhabe im Alter bedeutet im Jahr 2026 ganz konkret: Wir müssen ältere Menschen befähigen, KI-Anwendungen im Alltag sicher und souverän zu nutzen. Wer versteht, wie Algorithmen funktionieren, behält seine digitale Souveränität.“
Rückenwind für die neue Abteilung im Ministerium
Besonders begrüßt Theobald, dass das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) diesen Kurs bereits operativ unterfüttert. Die neu geschaffene Abteilung „Grundsatz und Digitalisierung“ unter der Leitung von Jürgen Müller bereitet derzeit den Anschluss an das modernisierte europäische Framework „DigComp 3.0“ vor.
„Aus meinen Gesprächen und Eindrücken in Berlin nehme ich mit, dass das Ministerium hier einen echten Hebel ansetzt“, so Theobald weiter. „Mit dem DigComp 3.0 Framework bekommen wir endlich ein präzises, einheitliches Raster, um digitale Kompetenzen messbar zu machen. Dass Herr Müller dabei Schwerpunkte auf „AI Literacy“ (KI-Kompetenz) und „Digital Well-being“ (digitales Wohlbefinden) setzt, ist genau der richtige Weg. Schutz entsteht heute nicht durch Verbote, sondern durch proaktive Aufklärung und digitale Mündigkeit – gerade auch für Seniorinnen und Senioren.“
Forderung der SPD und BAGSO: Worte in konkrete Taten umsetzen
Die AG 60plus und die BAGSO verbindet die Unterstützung dieses Kurses mit einem klaren Appell, das EU-Framework nun zügig in die Praxis zu übersetzen. Die theoretischen Standards müssen sich schnellstmöglich in konkreten, niedrigschwelligen Bildungsangeboten vor Ort widerspiegeln.
Norbert Theobald betont abschließend: „Der politische Wille in Berlin war deutlich spürbar. Jetzt müssen wir gemeinsam dafür sorgen, dass dieser Dreiklang aus Befähigung, Schutz und Teilhabe flächendeckend in den Kommunen ankommt. Erfolgreiche BAGSO-Initiativen wie der „DigitalPakt Alter“ müssen konsequent ausgebaut und so gestärkt werden, dass wir die Kriterien von DigComp 3.0 direkt in den lokalen Seniorenbüros und digitalen Erfahrungsorten mit Leben füllen können.“
