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Aktuelles

Foto Jörg Farys (die@projektoren)

05.05.2026

Digital-Kompass der BAGSO startet neue Projektphase

Berlin – Mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung in Berlin-Kreuzberg ist die neue Förderphase des Projekts „Digital einfach erklärt: Teilhabe für Verbraucherinnen und Verbraucher mit Lern- und Leseschwierigkeiten aktiv und verständlich gestalten“ gestartet. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Zivilgesellschaft und Praxis kamen im Mehrgenerationenhaus Gneisenaustraße zusammen, um über Wege zu mehr digitaler Teilhabe zu diskutieren.

Das Projekt wird von Deutschland sicher im Netz e. V. (DsiN) und der BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen gemeinsam mit weiteren Partnern umgesetzt. Ziel ist es, insbesondere Menschen mit Lern- und Leseschwierigkeiten den Zugang zur digitalen Welt zu erleichtern und verständliche Angebote zu schaffen.

Nach einer ersten Austauschrunde mit ehrenamtlich Engagierten eröffneten Isabelle Rosière (DsiN) und Norbert Theobald (BAGSO, 60plus Bundesvorstand) offiziell die Veranstaltung. Auch Bundesjustizministerin Dr. Stefanie Hubig setzte mit ihrem Grußwort ein klares Zeichen für die Bedeutung verständlicher digitaler Angebote im Verbraucherschutz.

Theobald: Digitale Teilhabe ist eine Frage der Gerechtigkeit

Einen inhaltlichen Schwerpunkt setzte die Rede von SPD 60plus-Bundesvorstand Norbert Theobald, der die gesellschaftliche Dimension der Digitalisierung eindringlich hervorhob. Digitale Teilhabe sei längst keine technische Randfrage mehr, sondern eine zentrale soziale Herausforderung. „Der Fahrplan steht online. Der Antrag wird digital gestellt. Der Arzttermin wird über eine App gebucht. Das kann vieles einfacher machen – aber es stellt uns auch vor die entscheidende Frage: Wer kommt mit – und wer bleibt zurück?“, so Theobald.

Besonders betonte er, dass digitale Angebote nicht nur verfügbar, sondern auch verständlich sein müssen. Gerade Menschen mit Lern- und Leseschwierigkeiten, ältere Menschen oder Personen mit Sinnesbeeinträchtigungen stoßen im digitalen Alltag häufig auf Barrieren – nicht aus mangelndem Interesse, sondern aufgrund zu komplexer Systeme und fehlender Unterstützung.

Für ihn sei klar: Digitale Teilhabe dürfe kein Privileg sein. „Teilhabe ist kein Geschenk. Teilhabe ist ein Recht“, erklärte Theobald. Dieses Recht umfasse verständliche Informationen, zugängliche Technik und die Möglichkeit, digitale Kompetenzen zu erlernen – unabhängig vom Alter oder individuellen Voraussetzungen.

Gleichzeitig warnte er davor, analoge Angebote vollständig durch digitale Lösungen zu ersetzen. Persönliche Beratung und niedrigschwellige Anlaufstellen blieben unverzichtbar. „Digitale Teilhabe braucht Wahlfreiheit. Wer digital möchte, soll digital können. Und wer analog braucht, darf nicht ausgeschlossen werden.“

Mit Blick auf die Zukunft formulierte Theobald ein klares Ziel: ein digitales Deutschland, in dem niemand aus Scham, Unsicherheit oder fehlender Erfahrung ausgeschlossen wird. „Der digitale Fortschritt ist nur dann echter Fortschritt, wenn alle daran teilhaben können.“

Einfache Sprache als Schlüssel zur Inklusion

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung stand das Thema „Einfache Sprache in der digitalen Welt“ im Mittelpunkt. Die Projektleiterinnen Ines Hiegemann und Eva Nehse zeigten anhand praxisnaher Beispiele, wie komplexe Inhalte verständlich aufbereitet werden können – ein entscheidender Baustein für digitale Inklusion.

In interaktiven Austauschrunden arbeiteten die Teilnehmenden gemeinsam an konkreten Fragestellungen, etwa zu Zielgruppen, Schulungsbedarfen sowie geeigneten digitalen Formaten für Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen. Die Vielfalt der vertretenen Organisationen ermöglichte dabei einen breiten Perspektivenaustausch.

Starker Start in die neue Projektphase

Die Auftaktveranstaltung machte deutlich: Digitale Teilhabe gelingt nur durch verständliche, zugängliche und praxisnahe Angebote – und durch die Zusammenarbeit vieler engagierter Akteure. Mit neuen Impulsen, frischen Ideen und einem gewachsenen Netzwerk startet der Digital-Kompass nun in die nächste Phase und lädt Interessierte dazu ein, den Weg zu einer inklusiven digitalen Gesellschaft aktiv mitzugestalten.