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Bild mit KI erzeugt

10.04.2026 | Rede von Norbert Theobald

Digitale Teilhabe im Alter ist notwendig

Unser Vorstandsmitglied, Norbert Theobald gehört seit 2024 zum Vorstand der BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen, der klar sagt, worum es geht: „Digitalisierung darf nicht spalten – sie muss verbinden.“ Denn die Realität ist hart, wer keinen Zugang zu Bildung, Technik und digitaler Unterstützung hat, verliert nicht nur den Anschluss an neue Technologien. Er verliert den Anschluss an Verwaltung, an Gesundheitsangebote, an Information – und am Ende an gesellschaftliche Teilhabe. Hier eine Rede, die er vor einem SPD-Gremium gehalten hat:

Digitale Ausgrenzung ist keine technische Panne. Sie ist ein soziales Problem. Und soziale Probleme sind unser Auftrag. Wenn wir zulassen, dass Digitalisierung nur für die gut Ausgebildeten, die Wohlhabenden und die Jüngeren funktioniert, dann entsteht eine neue Klassengesellschaft, oben die Digital-Souveränen –unten die Digital-Abgehängten.

Das ist nicht Fortschritt, das ist ein Rückschritt. Deshalb ist klar: Digitale Teilhabe im Alter ist keine freiwillige Zusatzleistung. Sie ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.

Ab 2026 setzen drei bundesweite Projekte der BAGSO genau hier an – und sie tun das nicht abstrakt, sondern konkret vor Ort.

Erstens: Der DigitalPakt Alter.

Hier geht es nicht um schöne Modellprojekte, sondern um kommunale Strukturen. Um Orte, an denen ältere Menschen lernen können, wie sie mit Smartphone, Tablet und Internet selbstbestimmt umgehen. Um Beratung, die nicht belehrt, sondern befähigt. Und um Netzwerke vor Ort, die dauerhaft tragen – nicht nur so lange, wie ein Förderbescheid läuft. Das ist klassische sozialdemokratische Politik, Infrastruktur schaffen, damit Freiheit praktisch möglich wird.

Zweitens: Das Kompetenznetzwerk KI & Alter.

Künstliche Intelligenz verändert Verwaltung, Medizin, Mobilität und Kommunikation. Die Frage ist: Für wen? Für Konzerne oder für Menschen? Für junge Zielgruppen oder für alle Generationen? Wir sagen: KI darf kein Spielzeug für Tech-Eliten sein. Sie muss im Alltag älterer Menschen ankommen – verständlich, sicher, transparent. Sie soll helfen beim Arzttermin, bei der Mobilität, beim Lernen, bei der Pflegeorganisation. Aber sie darf niemanden entmündigen, überwachen oder aussortieren. Darum braucht es Beteiligung statt Bevormundung. Darum braucht es Aufklärung statt Angst. Und darum braucht es politische Regeln, die Technik in den Dienst der Menschen stellen.

Drittens: Die Servicestelle „Bildung und Lernen im Alter“.

Hier geht es um die Menschen, die Bildungsarbeit möglich machen, Hauptamtliche, Ehrenamtliche, Initiativen, Vereine. Sie werden qualifiziert, unterstützt und vernetzt, damit Bildung im Alter kein Zufallsprodukt bleibt. Denn wir wissen: Soziale Ungleichheit hört nicht mit 65 auf. Wer wenig Bildung hatte, wenig Geld hat und allein lebt, ist auch digital benachteiligt. Deshalb müssen Bildungsangebote niedrigschwellig, wohnortnah und lebensnah sein. Nicht elitär, nicht nur in der Volkshochschule, sondern solidarisch.

Alle drei Projekte werden vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert, weil digitale Kompetenzen und Wissen über Künstliche Intelligenz Voraussetzungen sind für gesellschaftliche Teilhabe im Alter.

Aber wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten gehen weiter: Wir sagen: Teilhabe ist kein Geschenk, sie ist ein Recht. Ein Recht auf Bildung – auch im Alter. Ein Recht auf Technik, die unterstützt statt überfordert. Ein Recht auf einen Staat, der niemanden zurücklässt, nur weil Formulare jetzt Apps heißen.

Unser Ziel ist klar: Ein digitales Deutschland, in dem niemand gezwungen ist, sich zu schämen, weil er ein Passwort nicht versteht. In dem niemand ausgeschlossen wird, weil der Busfahrplan nur noch online steht. In dem niemand abhängig wird, weil er keine Chance hatte zu lernen.

Und das ist kein Randthema. Das ist Sozialpolitik im digitalen Zeitalter. Oder anders gesagt: Wenn wir den digitalen Wandel nicht sozial gestalten, wird er unsozial.

Unser Auftrag lautet deshalb. Fortschritt für alle –nicht nur für die Schnellen, nicht nur für die Lauten, nicht nur für die Jüngeren. Sondern für alle Generationen, solidarisch, gerecht und digital souverän.