Bei einem Treffen des SPD 60plus Bundesvorstandes mit Dagmar Vogt-Janssen, Leiterin Fachbereich Senioren in der Landeshauptstadt Hannover konnte diese ein Leuchtturmprojekt der Altenhilfe vorstellen. Vogt-Janssen ist in Hannover mit dem Aufbau von Quartierszentren beschäftigt.
„Altenhilfe nach §71 SGB XII umfasst eine Infrastrukturverantwortung, umfasst einen Beratungsauftrag und umfasst Leistungen im Einzelfall. Sie ist eingebettet in eine Altenhilfeplanung, die Teil einer integrierten, kooperativen und partizipativen Sozialplanung in der Kommune ist.“, so Vogt-Janssen.
Einsamkeit und Armut verringern und Pflegebedürftigkeit hinauszögern, dies könnte mit dem Aufbau von Quartierszentren gelingen, die älteren Menschen vielfältige Angebote und Unterstützung bieten. Die Landeshauptstadt Hannover sei dafür ein Vorbild, stellt das Wissenschaftliche Institut des AOK-Bundesverbandes fest.
„Wenn wir Menschen auch künftig so lange wie möglich gut in der gewohnten Umgebung versorgen möchten, müssen wir neue Wege in der Altenhilfe gehen. Den Kommunen kommt dabei eine zentrale Rolle zu.“, so die Fachbereichsleiterin.
Sie skizzierte bei dem Treffen das in Hannover praktizierte Modell, das den Aufbau von Quartierszentren als wohnortnahes Konzept der Altenhilfe in allen Stadtbezirken vorsieht. Die Zentren bündeln Beratungs-, Bildungs- und Kulturangebote. Sie fördern Teilhabe und Engagement der Menschen im Quartier. Gleichzeitig machen sie therapeutische, medizinische und pflegerische Angebote.
Eines ihrer Quartierszentren in Hannover plant die Stadt beispielsweise als Wohn- und Pflegezentrum mit Plätzen für die Langzeitpflege und für betreutes Wohnen auszustatten. Präventive Hausbesuche, ein gemeinsamer Mittagstisch für die Bewohner in der Umgebung, Kooperationen mit Arztpraxen und Schulungen für Angehörige komplettieren das Angebot. Dagmar Vogt-Janssen betonte: „Es geht darum, eine Infrastruktur für ein gutes Älterwerden zu schaffen. Ein Quartier mit einem Quartierszentrum kann ein Ort der Geborgenheit sein, in dem sich die Menschen begegnen und gegenseitig unterstützen.“
Die Landeshauptstadt Hannover orientiert sich am Leitbild der „Caring Communities“, das auf den 7. Altenbericht der Bundesregierung „Sorge und Mitverantwortung in der Kommune“ zurückgeht. Es stellt innovative Wohnformen, den effizienten Einsatz professioneller Pflege und den Aufbau von unterstützenden Netzwerken in den Mittelpunkt.
Im Wohn und Pflegezentrum Quartier Bothfeld entstehen Angebote zur Prävention, Gesundheitsförderung, Teilhabe und Partizipation, Begleitung und Unterstützung. Sie sollen älteren Menschen eine Infrastruktur bieten, die es ihnen ermöglicht, möglichst lange und selbstbestimmt bei hoher Lebensqualität zu Hause älter zu werden. Auch Einrichtungen und andere Orte, die bereits über Bausteine eines Quartierszentrums verfügen, sollen weiterentwickelt werden. Die Stadt Hannover plant und koordiniert diesen Entwicklungsprozess und stellt Finanzmittel über sogenannte „Quartiersbudgets“ zur Verfügung. Sektorenverbindende Versorgungsverträge mit den Pflegekassen werden gefördert, sodass nicht nur die Bewohner der Einrichtung, sondern auch die Menschen in der Nachbarschaft gut versorgt werden können.
