Lothar Binding, Bundesvorsitzender der AG 60plus in der SPD, und Norbert Theobald, ebenfalls Mitglied des Bundesvorstands, trafen am Rande des politischen Aschermittwochs in Ludwigsburg auf Tim Klüssendorf und den baden-württembergischen SPD-Spitzenkandidaten Andreas Stoch. In einer kurzen Unterredung wurden weitere Gespräche vereinbart.
In der Festhalle herrschte kämpferische Stimmung: Rote Fahnen, scharfe Worte und viel Applaus bestimmten die Szenerie. Andreas Stoch und SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf rechneten mit der grün-schwarzen Landesregierung in BW ab. Sie warfen ihr zehn Jahre Stillstand, mangelnde Investitionen und drohenden Sozialabbau vor. Die zentrale Botschaft lautete: „Nicht mit uns.“
Spitzenkandidat Andreas Stoch warf CDU und Grünen vor, Baden-Württemberg zehn Jahre lang verwaltet statt gestaltet zu haben. Er verglich das Land mit einem schlecht gepflegten Haus: kein Glasfaserausbau, keine Investitionen, undichte Dächer. Besonders kritisierte Stoch den fehlenden Wohnungsbau, leerstehende Landeswohnungen, eine verspätete Entlastung von Familien bei Kita-Gebühren und mangelhafte Investitionen in Bildung.
Tim Klüssendorf wandte sich gegen Vorschläge zu höherem Rentenalter, weniger Sozialleistungen und sogenannte „Life-Style-Teilzeit“. Er betonte die Bedeutung von Care-Arbeit und Ganztagsbetreuung und warf der CDU vor, unter dem Schlagwort Leistung eigentlich Besitz und Privilegien zu verteidigen.Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann geriet ins Visier: Klüssendorf kritisierte das schleppende Tempo beim Ausbau der Windkraft und eine vernachlässigte Bildungspolitik.
