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Aktuelles

.l.n.r.: Heinz Oesterle, Klaus Adelt, Peter Jakobi, Alexander Mosena, Lothar Binding, Andreas Schwarz, MdB, Jonas Merzbacher, SPD-Bezirksvorsitzender, Andreas Jahn, der Vorsitzende des SPD Stadtverbandes Hof. Foto: Andreas Pedall, Schwarzenbach a.d.S

06.02.2026

Jubiläum 30 Jahre AG SPD 60 plus Hof - Stadt

Peter Jakobi, der AG SPD 60 plus Vorsitzende von Hof, hatte ein beindruckendes poltisches Programm überlegt – moderiert von Klaus Adelt und kulturell von Werner Thierhoff musikalisch begleitet.

Heinz Oesterle, der Vorsitzende der AG SPD 60 plus Bayern eröffnete mit dem Thema „Demokratie kennt keine Altersgrenze“ den Reigen der Gratulanten und kam, neben einem historischen Überblick der AG in Bayern, auf eine Fülle verschiedener Anträge zu praktisch allen wichtigen Themen der vergangenen 30 Jahre – alle spürten, wie modern die AG im Zeitverlauf war. 

Heinz Oesterle schloss mit den mahnenden Worten des 1. Bundesvorsitzenden von 60 plus, Hans-Ulrich Klose, „„Um es einmal mehr zu sagen: Ältere Menschen sind keine zu betreuende Randgruppe; wer das sechzigste Lebensjahr überschritten hat, wird dadurch nicht zu einem verkürzten Staatsbürger oder Parteimitglied, Nein, er oder sie bleibt engagiert und will gefragt werden und mitentscheiden, wie Politik in Deutschland aussehen und gestaltet werden soll.

Einen staatsbürgerlichen Ruhestand gibt es nicht. Wer die produktive Kraft des Alters nicht kennt oder erkennen will, versäumt mehr als eine Chance. Eine Partei, die sich dieser Erkenntnis verweigert, verliert ihre strukturelle Mehrheitsfähigkeit.“

Nach den Grußworten von Oberbürgermeisterin Eva Döhla und Andreas Schwarz, Mitglied des Deutschen Bundestages, dort unter anderem ordentliches Mitglied im Haushaltsausschuss, gab Elfriede Krebs einen Einblick in die Geschichte der AG SPD 60 plus und der SPD Frauen Hof: „Ein Blick zurück 1976 bis 2012“. Sie würdigte die vielen aktiven und ehemals aktiven im politischen Ehrenamt und beschrieb den berühmten Tanznachmittag, ein politischer Nachmittag ohne Politik, aber mit Kontakten und Gesprächsmöglichkeiten zu Gruppen, die sonst keine Berührungspunkte mit einer Partei, nicht einmal mit der SPD, hätten.

Lothar Binding überbringt sichtlich erfreut die Glückwünsche des Bundesvorstandes der AG SPD 60 plus. Sein Hauptaugenmerk liegt auf verschiedenen Mythen, die uns den Blick auf den Begriff „Generationengerechtigkeit“ verengen.

Hier soll nur auf einen Aspekt seiner Rede eingegangen werden: Oft werde von „Generationskonflikt“ gesprochen, sogar der Kanzler schüre Ängste nicht nur bei den älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, wenn er – Bundeskanzler – die Forderung nach tiefgreifenden Reformen und Einschnitten im Sozialsystem bekräftigte: "Wir können uns dieses System, das wir heute so haben, einfach nicht mehr leisten". So also der CDU-Chef auf dem nordrhein-westfälischen Landesparteitag der CDU (Christliche Demokraten) in Bonn. Und weiter: "Das wird schmerzhafte Entscheidungen bedeuten, das wird Einschnitte bedeuten", stellte Merz klar. 

Für Binding ist es schrecklich, dass Merz hier von „schmerzhafte Entscheidungen“ und „Einschnitten“ für die Ärmsten spreche, aber kein Wort über jene in Deutschland verliere, die sich in ihrem Reichtum oft leistungslos eingerichtet hätten. Dabei verdanken diese Leute ihren Reichtum – Vermögen und Einkommen – oft den Generationen, die Deutschland nach dem 2. Weltkrieg aufgebaut haben und heute eine enorme Produktivität ermöglichen und natürlich den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die über vier Billionen Bruttoinlandsprodukt pro Jahr erarbeiten. Damit liegt Deutschland nach den USA und China an dritter Stelle in der Welt.

Hier „soll mit dem Gerede vom Generationenkonflikt davon abgelenkt werden, dass der eigentliche Konflikt zwischen Arm und Reich bestehe“. So ist leicht zu sehen, warum SPD-Ministerinnen und Minister in der Regierung als Hüter der Gerechtigkeit unverzichtbar sind – leider gebe es oft nicht die entsprechenden Mehrheiten.

Binding erinnerte an die Manager, die Millionengehälter plus riesige Boni aus den Unternehmen abgreifen, an steuerfreie Milliardärserben, an Minister die hunderte Millionen für ein gescheitertes Pkw-Maut Projekt vergeudet haben, an Minister, die über zwei Milliarden für nicht benötigte Masken verbrannt haben, an überflüssige bzw. wertlose Gutachten für die Bundeswehr, an Unternehmer, die sich ins Ausland absetzen, während „ihre“ Arbeitnehmer in Deutschland Werte schaffen, an Privatiers, die von ihren Dividenden leben. Er erinnerte aber auch an die vielen fairen Wohlhabenden, die sich in der Bewegung „tax me now“ (besteuere mich jetzt) zusammengefunden haben.

Seine Zusammenfassung: Gäbe es mehr Gerechtigkeit, in Deutschland wären Altersarmut, Kinderarmut, Bildungsarmut längst überwunden, es gäbe faire Löhne und erträgliche Abgaben für die Sozialversicherungssysteme.

Das gemeinsam gesungene Lied „Brüder zur Sonne zur Freiheit“ bildete den Abschluss des gelungenen Nachmittags in Hof.